Meine neuen WG Kollegen haben mich an meinem ersten Tag gleich mal ins kalte Wasser geschmissen. Ich musste meine Lebensmittel auf dem zentralen Markt in Jerusalem kaufen.
Bei dem ganzen Rumgeschreie und dem Chaos war ich schon stolz drauf, als ich es endlich fertig gebracht hatte 3 Orangen zu kaufen.
Ich habe versucht, mir nicht sofort anmerken zu lassen, dass ich vollblut Tourist bin. Meine Tarnung ist ziemlich schnell aufgeflogen, als ich einen Mann mit Maschinengewehr verwundert nachschaute. Es war nicht so sehr das Maschinengewehr, das mich überraschte, sondern vielmehr die fehlende Uniform. Der Typ war ganz normaler Zivilist! Meine neuen Freunde haben mir vergewissert das sei normal und viele Israelis würden ihre Waffen mit sich tragen. Ich habe es ihnen nicht abgenommen. Ich dachte, die wollen mich auf dem Arm nehmen. Als während unserem Mittagessen in einem typisch israelischen Restaurant mein Tischnachbar aufstand, um sich völlig selbstverständlich sein Maschinengewehr um die Schulter zu hängen, um den Raum zu verlassen, war ich halbwegs überzeugt davon, dass so was hier eben normal ist. Tja, warum auch nicht?
Hier ein Foto mit der Altstadt im Hintergrund:
Wir haben es noch bis zur Klagemauer geschafft. Hier meine neue WG. Welcher von den beiden der Inder ist, lass ich an dieser Stelle einfach mal offen.
An die Klagemauer kommt man nur mit Kopfbedeckung ran. Für Touris gibt es diesen albernen Paphut. Ich werde mir möglichst schnell einen von diesen stylischen jüdischen Kopfbedeckungen besorgen müssen.
Jerusalem ist crazy. Hier findet man jede nur denkbare Facette religiöser Ausdrucksformen, der drei großen Weltreligionen. Während ich Menschen beobachte, die an dem Ort knien an dem Jesu Leichnam einbalsamiert worden sein soll, hallt der muslimische Gebetsaufruf der Mosche von neben an durch die historischen Wände. An der nächsten Straßenecke meditieren katholische Mönche auf Pilgerreise. Ein paar Gebäude weiter beten charismatische Christen rund um die Uhr für den Frieden der Stadt, während Christen auf dem Olivenberg meinen sie kommen irgendwie früher dran. Warum auch noch die Mormonen ihr Gebäude auf den Ölberg gesetzt haben, ist mir schleierhaft. Die Russisch-Orthodoxen Outfits sind kaum von den Griechisch-Orthodoxen zu unterscheiden. Glücklicherweise war der indische Franziskaner Mönch aufgrund seiner Hautfarbe, etwas leichter einzuordnen. (zumindest meine ich er hätte gesagt er sei Franziskaner Mönch. Inder sind auf Englisch nicht immer gleich auf Anhieb zu verstehen.:)
So jetzt ist erstmal Schabat. Das gibt mir ein bisschen Zeit, das religiöse Chaos in meinem Kopf zu entknoten.
Bis dann…
Krass, dass ist ja der Hammer!! Die Geschichte mit dem Maschinengewehr ist der Wahnsinn. Wie cool, dass du das erleben kannst!
AntwortenLöschenWow! Erst 2 Tage weg und schon so viele neue Erfahrungen und Eindrücke. Ist ja übel, dass da überall die Gewehre rumhängen/rumgetragen werden. Aber wahrscheinlich ist das typisch Israel: sehr viele coole, schöne Dinge und sehr viele verwunderliche, vielleicht auch blöde Dinge. Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten Schabat! deine Laila.
AntwortenLöschenAn die Waffen kannst du dich gleich gewöhnen, sei eher verwundert, und frag dich was los ist, wenn ein Mann unter 30 keine Waffe (irgendwo) an seinem Körper hat ;-)
AntwortenLöschenAltstadt ist der Hammer oder? war mein absoluter lieblingsort in Jerusalem. Ich LIEBE diesen historischen Flair!
Vergiss das Museum im David-Tower nicht!! Gleich wenn du durchs Jaffa Tor rein kommst rechts die kleine Burg (Davids Citadele)
Genieß alles!!